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Bedroom Walls
titel: All Good Dreamers Pass This Way
label: Senator Musik / Ministry Of Sound
v.ö.: 20.06.2008
format: CD
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Die Bedroom Walls vermitteln ihren Zuhörern das Gefühl, etwas ungemein Liebevollem, jedoch von einer Brandspur des Bösen durchzogenem zu begegnen. Doch trotz des leichten Schwefelgeruchs sind die Stücke so arrangiert, dass sie allesamt glücklich machen. Der Kniff der Band: eine narkotisierende Anmut zu verströmen, gewitzten Humor zu verbreiten (der allerdings einen Hang zum Grausamen hat) und Melodien zu schaffen, die freche Kritzeleien über die Landkarte der Popwelt schmieren. Das angesehene Wochenmagazin L.A. WEEKLY bringt die Sache auf den Punkt: "Musik muss man immer ein bisschen zu sehr mögen. Bedroom Walls gelingt das mit Leichtigkeit, indem sie mit einer beinahe überkandidelten Perfektion spielen. Ihre Songs sind schamlos melodisch, verbreiten einen raffinierten Space-Touch und sind verdammt clever produziert. Sie klingen wie eine süße, kleine Schwester auf Drogen, scheinbar unbekümmert und ein klein wenig durchgeknallt."
Die West Coast Band Bedroom Walls formierten sich 2002 in der Besetzung Adam Goldman, Melissa Thorne und Julian Gross (aktuell bei den Liars), um ein wahres Arsenal an ätherischen Songideen umzusetzen, das Goldmann unter dem smogverhangenen Mond von L.A. angehäuft hatte. Nach zahlreichen Sessions hatte die Band ihren Sound gefunden, den sie in einem Akt grandioser Idiotie ‘Romanticore’ nannte, ein Sound, der auch ihr schlaftrunkenes und ungeschminktes 2003er Debütalbum “I Saw You Coming Back To Me” durchzog. Kritiker und Fans waren gleichermaßen begeistert. Magazine wie Rolling Stone (USA) und The Village Voice bedachten das Album mit großem Lob für seine hinreißenden Strukturen, flimmernden Melodien und dunklen Humor. Der legendäre Radio DJ Nic Harcourt lud die Band zur Live-Performance in seine KCRW Kult-Show ein und das Debüt der Bedroom Walls kletterte bis auf Platz 9 der KCRW Album Charts. Die zu einem Septett angewachsene Band spielte zahlreiche Live Gigs in L.A., San Francisco, Austin, NYC und Boston, wo sie beim letztjährigen South-By-Southwest Festival ins Visier der Plattenindustrie gerieten.
Bedroom Walls atemberaubendes, zweites Album “All Good Dreamers Pass This Way” (Baria Records / Senator Musik) wurde in den USA von Magazinen wie Spin, URB und dem All Music Guide bereits in den höchsten Tönen gelobt. Produziert von Rafter Roberts (Fiery Furnaces, Black Heart Procession, Sufjan Stevens, Castanets) und abgemischt von Joe Chiccarelli (The Shins, Beck, U2, Rufus Wainwright, u.v.m.), finden sich auf dem Album die melodischen Talente der Band und ihr Hang zu außergewöhnlichen Instrumentierungen in Perfektion wieder. Die beeindruckende Vielschichtigkeit des Albums erklärt Goldman damit, dass er einfach versucht habe, an die epische Schizophrenie seiner High-School Mix-Tapes anzuknüpfen: "Als Kid lässt man sich einfach von seiner Begeisterung tragen ohne sich über Kategorien und Genres den Kopf zu zerbrechen. Mir gefiel es damals, Songs von Squeeze, Pink Floyd, The Smiths und Led Zeppelin aneinander zu reihen. Als wir mitten in der Studioarbeit steckten, fiel mir eines dieser alten Tapes in die Hände. Ich war unglaublich fasziniert von dessen innerer Logik. Für unser neues Album wollte ich genau das haben, was dieses Tape ausdrückte: den kapriziösen Anglo-Pop von Squeeze, den mythisch aufgeladenen, bombastischen Sound von Led Zeppelin, die triphafte Epik von Pink Floyd und den Teenie-Narzissmus von den Smiths."
Nach Abschluss der Aufnahmen zu “All Good Dreamers Pass This Way” vollzog die Band eine zweite Transformation und verkleinerte sich auf den kreativen Kern aus Adam Goldman und Melissa Thorne. Paradoxerweise klingt der neue Live-Sound als Duo chaotischer und durchgedrehter als zuvor. Songs, die auf dem Album noch als geflüsterte Beichten dargeboten wurden, klingen live wie heisere Ausbrüche von Glück und Wahnsinn. Trotz dieses Klangwechsels führt das Duo seine Mission fort. Eine Mission, die darin besteht, die dunklen Seite der schönen Dinge zu artikulieren und die positive Seite der schmerzenden Erfahrungen zu beschreiben. Zum Beispiel, dass deine Ex-Freundin ohne dich glücklicher ist.
Diese bandeigene Doppelbödigkeit passt perfekt zum kommenden Blockbuster und Teenie-Slasher “All The Boys Love Mandy Lane” (Regie: Jonathan Levine), der am 19. Juni über Autobahn (Senator Filmverleih) in die deutschen Kinos kommt. Mit „In Anticipation Of Your Suicide“ haben die Bedroom Walls den Titelsong zum (laut Kritikerstimmen) umwerfenden Soundtrack beigesteuert.
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